Montag, 10. März 2025, 20:23 Uhr

Dritter Energietreff zum Thema Wärmepumpen

Das Thema wurde praxisnah unter die Lupe genommen, die Wärmepumpe historisch eingeordnet und die verschiedenen Typen von Wärmepumpen und deren Funktionsweisen vorgestellt. Detaillierte Informationen gibt es in den angehängten Präsentationsfolien.

Am 30. Januar fand im Bürgersaal der 3. Offene Energietreff der Quartiersgenossenschaft Energie für Botnang eG statt. Auch bei diesem Energietreff diskutierten 35 Botnangerinnen und Botnanger unter der Leitung von Werner Pape angeregt über ein komplexes, aber hochaktuelles Thema.

Passend dazu fand zwei Tage zuvor eine gut besuchte Veranstaltung des BUND im Stuttgarter Rathaus statt. Dort wurden die übergeordneten Entwicklungen rund um Wärmepumpen diskutiert. Diese Veranstaltung wurde aufgezeichnet und kann unter https://youtu.be/GIGY-OaAJ9M nachgeschaut werden.

Unser Energietreff nahm das Thema praxisnah unter die Lupe. Den Anfang machte Mitglied Jan Michaelsen, der die Entwicklung der Wärmepumpen in die historische Entwicklung der Nutzung von Energie und die ständige Verbesserung der energetischen Effizienz einordnete.

Es folgte auch bei uns ein kurzer filmischer Auftritt von Wärmepumpenpapst Dr. Marek Miara.

Werner Pape stellte anschließend verschiedene Typen von Wärmepumpen und deren Funktionsweise vor. Detaillierte Informationen gibt es in den angehängten Präsentationsfolien.

Es entstand ein intensiver Austausch, an dem so gut wie alle Anwesenden teilnahmen. Dabei lösten sich Fragen, Erfahrungen und Einschätzungen in schneller Folge ab. Hier der Versuch einer Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:

Probleme:
- Es gibt zu wenige und zu wenig qualifizierte Installateure für Wärmepumpen.
- Dem steht ein schier unüberschaubares Angebot an Marken und Typen in den verschiedenen Leistungsklassen gegenüber.
- Vor diesem Hintergrund sind Installateure gezwungen, sich auf einen oder maximal zwei Hersteller zu fokussieren.
- Wenn also ein Käufer auf der Suche nach der für ihn besten Lösung ist, muss er sich – ähnlich wie beim Autokauf – zunächst für eine Marke entscheiden, läuft dann aber Gefahr, nicht die beste Lösung zu finden, was – anders als beim Autokauf – verhängnisvoller sein kann, da man eine Heizung nicht so schnell und unkompliziert wechselt wie ein Auto.
- Die hohen Preise für Wärmepumpen sind ein Problem – paradoxerweise auch wegen der aktuellen Förderstruktur, die zu hohen Preisen verleitet.
- Die überaus wichtige Heizlastberechnung als Grundlage für die Dimensionierung der Wärmepumpe (und damit des Preises) und als Voraussetzung für die staatliche Förderung wird sehr unterschiedlich durchgeführt und führt zu unterschiedlichen Ergebnissen (und kostet auch sehr unterschiedlich).

Ansätze für Problemlösungen:
- Wir möchten Erfahrungsberichte sowie Angebote von Installateuren und Herstellern sammeln, aus-werten und transparent miteinander vergleichen. Dazu bedarf es einer sinnvollen Einteilung in Leistungsklassen und der Definition technischer Standard-Leistungsverzeichnisse.
- Auf Basis derartiger strukturierter Leistungsverzeichnisse könnte die Genossenschaft nach dem Vorbild der Solaroffensive Botnang gemeinschaftliche Angebotsabfragen (Richtpreisausschreibungen) durchführen, um qualifizierte und kostengünstige Anbieter zu identifizieren.
- Sollte jemand bereits Angebote für Wärmepumpen vorliegen haben oder in nächster Zeit erhalten, wäre es diesem Anliegen förderlich, eine (gerne auch anonymisierte) Kopie an die EfB zu schicken.
- Gute und zuverlässige Energieberater sollten bei größeren Projekten (z.B. Mehrfamilienhäusern oder kombinierten Projekten und Sanierungen) hinzugezogen werden. Die EfB wird eine Liste mit geprüften, qualifizierten Energieberatern zusammenstellen.

Sonstige Erkenntnisse:
- Der Gaspreis wird künftig nicht nur wegen der stärkeren CO2-Bepreisung steigen, sondern auch aufgrund steigender Netzentgelte infolge nachlassender Gas-Nachfrage und steigender Kosten für den Unterhalt und die Wartung der Netze.
- Eine kritische Auseinandersetzung mit der bestehenden Heizung kann schon kurzfristig zu erheblichen Kosteneinsparungen führen. Viele fossile Heizsysteme sind überdimensioniert und ineffizient eingestellt. Eine Optimierung der Einstellungen, insbesondere der Heizkurve und der Warmwasserzirkulation, kann ohne jedwede Kosten zu Einsparungen von bis zu 20% führen. Mit günstigen smarten Steuerungen und modernen Heizventilen lässt sich gegebenenfalls noch mehr rausholen. Bei älteren Anlagen ist zudem ein hydraulischer Abgleich durch einen Fachmann empfehlenswert. Dieser kostet zwar etwas, ist aber auch bei einem Heizungstausch ohnehin erforderlich.
- Manchmal kann eine strombetriebene Infrarot-Flächenheizung an Boden, Decke oder Wand eine sinnvolle Alternative zur Wärmepumpe sein.
- Aber auch im Zusammenspiel mit einer Wärmepumpe können Heiz- und Kühldeckensysteme interessant sein. Für derartige Systeme gibt es in Botnang eine Spezialfirma, die wir mal zu einem Energietreff einladen wollen.